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Holy days
are coming Pünktlich zum ersten Advent rollen sie wieder: die allseits gefürchteten Coca-Cola Trucks. In einer schier unendlichen Schlange wälzen sie sich über Hügel und durch Täler, überwinden dabei reißende Ströme und durchqueren die tiefsten Wälder, nur um die feuchtfröhliche Weihnachtsbotschaft auch bis in den letzten Winkel Deutschlands zu bringen. Zeitgleich mit dem Vorstoß der rollenden Cola-Automaten, ist es den ersten Legionen von Schoko-Nikoläusen gelungen die Regale vieler Lebensmittelmärkte zu besetzen. Brigaden von Lebkuchenpackungen sind bereits von Nürnberg aus bis in den Osten Deutschlands vorgedrungen, an jeder Straßenkreuzung trifft man auf Marzipankartoffeln und Schokotannenzapfen. Vieler Orts stöhnt der deutsche Endverbraucher bereits jetzt unter der unbarmherzigen Knute der vorweihnachtlichen Geschäftemacher. "Ich weiß gar nicht mehr wo mir der Kopf steht.", berichtet Hausfrau Irmgard Nägelein. "Überall diese Weihnachtsdekoration und all diese Nikoläuse - das ist doch widerlich!" Die täglichen Attacken durch weihnachtliche Werbespots und die Berge von Christbaumschmuck die in den Kaufhäusern die Flure verstopfen, haben Nägelein schwer zugesetzt: "Wenn ich auch nur eine Zimtstange rieche, wird mir bereits übel.", erklärt die Verzweifelte. Im Vorjahr hatte sie drei Wochen mit einer akuten Schokoladenallergie im Krankenhaus verbringen müssen. "Allein der Anblick von Milchschokolade hat bei mir zu Atemnot und Kammerflimmern geführt.", erinnert sie sich. Leider kein Einzelfall. Jährlich sterben in Deutschland über 250.000 Menschen an den Folgen des Weihnachtsstresses. Prof. Stefan Wiedebrink vom Ludwigshafener Institut für angewandte Weihnachtsmannforschung untersucht dieses erschreckende Phänomen bereits seit 15 Jahren: "Nach dem Mauerfall hat die Zahl der Todesopfer rapide zugenommen: Während 1988 nur jeder fünfte Deutsche über Beschwerden in der Vorweihnachtszeit klagte, leidet heute bereits jeder zweite Bundesbürger an akuter Weihnachtsagonie." Einen Weg aus der Misere gibt es derzeit nicht: "Auch in diesem Jahr werden zahllose Menschen dem Weihnachtsrummel erliegen.", prognostiziert Wiedebrink. "Einzig ein staatlich kontrolliertes Verbot von weihnachtlicher Werbung, Schaufensterdekorationen und nicht zu vergessen der weitverbreiteten Weihnachtsmärkte, könnte Schlimmeres noch verhindern." Eine Forderung die nur schwer Gehör finden wird, zuviel Geld ist an die Vermarktung des Weihnachtsfestes gekoppelt. "Ein Verbot des Vorweihnachtsgeschäftes kommt gar nicht in Frage!", wehrt Jürgen Schnapf, SPD-Bundestagsabgeordneter, ab. "Das würde nur zu einer Verlagerung in Schwarzmarktgefilde führen - zu dem stehen zahllose Arbeitsplätze auf dem Spiel." Zahlreiche Schaufensterdekorateure, Schokoladengießer und Glühweinproduzenten wären mit einem Schlag arbeitslos, doch die eigentlichen Drahtzieher des vorweihnachtlichen Dramas, so Schnapf, blieben unentdeckt im Hintergrund. Für alle die sich gegen die Weihnachtsagonie schützen wollen, empfiehlt Wiedebrink einen ausgedehnten Urlaub bis über die Feiertage hinaus: "Fliegen sie doch mal auf die Weihnachtsinseln."
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Ein
@zend!-Klassiker aus dem November des Jahres 1999. |
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