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Peter Berger und ich
Von Sebastian Wolf

Das empfohlene Mindestalter für die Lektüre dieses Texts beträgt 16 Jahre.

Manchmal gibt es Momente, in denen ich es bedauere, in einem Rechtsstaat zu leben. Dann zum Beispiel, wenn mir Peter Berger per Email schreibt, es gebe Antworten auf meine Kontaktanzeige, die ich doch mal unter "..." abrufen solle. Peter Berger ("Kundenservice") schreibt mir in letzter Zeit recht oft. Dummerweise habe ich weder bei Peter Berger noch bei sonst wem jemals eine Kontaktanzeige aufgegeben.

Peter Berger trägt seinen Teil dazu bei, dass 20-30% des weltweiten Email-Aufkommens mittlerweile aus Spam besteht. Die 50%-Marke wird voraussichtlich in diesem Sommer überschritten, Besserung ist nicht in Sicht. Ach, wie einfach war es noch, den Aufkleber "Bitte keine Werbung! Wir wollen Abfall vermeiden" auf den Briefkasten zu kleben. Gegen die Peter Bergers dieser Welt hilft kein Aufkleber auf dem Laptop.

Wenn ich wieder ein halbes Dutzend Spam-Emails von Peter Berger erhalte, stelle ich mir vor, was ich mit ihm machen würde, wenn er mir nachts allein auf einer abgelegenen Straße begegnete. Oder ich male mir aus, wie im Wilden Westen Steckbriefe auszuhängen: "Wanted - Peter Berger - dead or alive (dead prefered)". Und deshalb gibt es manchmal Momente, in denen ich es bedauere, in einem Rechtsstaat zu leben. In einem Land, in dem man bestraft wird, wenn man einem Peter Berger nicht nur gern die Eier abschneiden würde, sondern es auch tut.

 

 


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