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Im Herzen
gut, im Ergebnis ein Arsch Aus Wiglaf Droste wird man nicht so recht schlau. Das musste auch Oliver Fuchs erkennen, als er vor einziger Zeit für die SZ feststellte, dass Herr Droste zwanghaft auf die Fehler anderer zeigen muss und dabei nach mehr als 16 Jahren professionellen Polemisierens Ermüdungserscheinungen zeigt. Klar, irgendwann hat selbst ein Droste in einem 82 Millionen-Seelen-Land jeden Einwohner im Auftrag des Guten, Wahren, Schönen als ein Penis-, Fleischlappen- oder Was-auch-immer-Gesicht bezeichnet. Irgendwann gehen wahrscheinlich auch einem Droste die Beleidigungen aus. Als einen Tiefpunkt des Drosteschen Gesamtwerks muss man wohl seine Beiträge für das Kriegstagebuch der taz sehen: "Die Namen Schröder und Blair stehen für niedrigstes Niveau auf höchster Ebene. Bastelt man aus ihren Namen Anagrame, lautet eins davon: Blöder Arschi". Das ist fraglos politische Satire auf höchstem Niveau. So radikalpazifistisch sich Wiglaf Droste im Kriegstagebuch gibt, so unverkrampft ist an anderer Stelle sein Verhältnis zum gewaltsamen Beseitigen von allem, was dem Drosteschen Schönheitsideal widerspricht. Da wird beispielsweise schnell mal mit Verweis auf das recht harmlose südhessische Darmstadt postuliert: "Eine Stadt ohne Fleurop sollte Kriegsziel heißen". Oliver Fuchs zeigt sich sichtlich darum bemüht, dem Phänomen Wiglaf Droste differenziert zu begegnen und möglichst viel Positives abzugewinnen: "Es ist ein schmutziger Job, ständig mit dem Finger auf andere zeigen zu müssen, aber einer muss ihn ja tun". Muss wirklich einer diesen Job tun? Wenn ja, warum muss das dann ausgerechnet Wiglaf Droste sein? Unzweifelhaft ein bemerkenswerter Texter, scheinen Herrn Droste doch zwei Dinge zu fehlen: Selbstironie und Gespür für Verhältnismäßigkeit. So wirkt er oft unverhältnismäßig mäßig. Der einzige Haken an Wiglaf Droste ist: Vermutlich ist er privat ein netter Kerl (so schon Oliver Fuchs). Und gut singen kann er obendrein. Nicht einmal Droste ist so schwarz-weiß, wie er die Welt beschreibt. Schade eigentlich. Wie auch immer, er wird nachfolgenden Generationen in besonderer Form erhalten bleiben: Führende Verlage planen, in ihre Lexika bei den Stichworten "Selbstgerechtigkeit" und "Grund für den Ruin der taz" künftig ein Foto von Wiglaf Droste einzufügen. Wenn das nichts ist. Macht mit bei unserer Aktion "Gute Laune für Wiglaf Droste!"
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