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"Frauenbewegung?
Kein Problem, Hauptsache,
sie ist rhythmisch!"

Von Caroline Mißbach

"Sex and the City" heißt die neue Kultserie auf Pro7. Sie ist so kultig, dass davon jeden Dienstag um 21.15 h gleich zwei der halbstündigen Folgen hintereinander gesendet werden müssen.

Eine Clique von 4 Freundinnen um die Journalistin Carrie sind die Hauptpersonen der Serie. Miranda, erfolgreiche Anwältin, hat schreckliche Minderwertigkeitskomplexe, weil keine ihrer Freundinnen mit ihr einen flotten Dreier machen würde. Die naive Kunsthändlerin Charlotte sieht mit über 30 immer noch aus wie ein Schulmädchen und verliert einen Freund nach dem anderen, weil sie sich vor Blowjobs ekelt, und die PR-Agentin Samantha ist ein blonder Vamp, die bloß keinen festen Freund haben will, sondern einen Immobilienmakler nach dem anderen verführt, weil sie nichts lieber tut als neue Wohnungen zu besichtigen und dort Sex zu haben. Carrie zeichnet die Abenteuer ihrer Freundinnen in ihrer Kolumne "Sex and the City" nach. Sie selbst ist schwer romantisch auf der Suche nach dem Mann fürs Leben.

Im Wesentlichen besteht die Handlung der Serie darin, dass sich die Freundinnen irgendwo in der amerikanischen Großstadt, in der sie leben, zum Essen treffen. Wenn das nicht der Fall ist, ist meistens eine der vier Freundinnen entweder vor oder nach dem spannendsten Teil der Handlung, der natürlich nie gezeigt wird, mit dem entsprechenden Mann im Bett zugange und muss entsetzt feststellen, dass ihr Partner Dinge von ihr verlangt, für die sie sich keinesfalls erwärmen kann, dass er schon mal verheiratet war bzw. ist, oder dass sich sonstige Abgründe auftun, die eine Beziehung unmöglich machen.

Und dann sitzen die Freundinnen wieder beim Essen und eine der vier schildert den anderen das, was die gelangweilte Zuschauerin eben schon gesehen bzw. eben nicht gesehen hat. Deutliche Wort finden die Damen dabei, erstaunlich deutlich, möchte man fast sagen, in "Beverly Hills 90210" war das noch anders. Aber die einstigen Zuschauer von Beverly Hills 90210 sind erwachsen geworden und wollen nicht mehr wissen, was aus den netten Collegeschülern Donna, Kelly, Dylan und Brandon, den Helden ihrer Jugend, geworden ist. Deshalb gibt es für sie jetzt das deftigere "SatC". Das finden die erwachsenen Beverly-Hills-Fans besonders kultig. Kein Wunder, sie sind ja schließlich schon von klein auf das Niveau amerikanischer Sitcoms getrimmt worden.

Nein, jetzt sind andere Serien angesagt. Serien aus Amerika über starke Frauen, die sich nehmen, was sie wollen. Seltsam bloß, dass es für solche starken Frauen anscheinend keinen anderen Lebenszweck gibt, als den richtigen Mann zu finden. Und lustig muss es natürlich sein. Wer mit Sitcoms aufgewachsen ist, wird ja nervös, wenn er beim Fernsehen nicht alle 20 Sekunden lachen muss.

Ally McBeal, die nervtötende Anwältin, die dienstags um 22.15 h auf Vox zu sehen ist, hat es schon gut vorbereitet und mit SatC wird die Botschaft endgültig auch hier ankommen: Selbstverwirklichung besteht für die Frau von heute darin, immer wieder auf der Suche nach dem Märchenprinzen zu scheitern. Wenn Meg Ryan die Frauenbewegung in den USA um mindestens 10 Jahre zurückgeworfen hat, dann tut es SatC um weitere 20. Ganz bestimmt.

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Rita Frigida und ihre Freundinnen Conny Lingus, Nym Foeman und Masturbata Cockney
(v.l.).



   
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