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Alles für die Katz
Robert konnte sich als Einzelkind immer der vollen Aufmerksamkeit seiner Eltern sicher sein. Stets bekam er soviel Zuwendung wie er wollte. Mittlerweile studierte er Maschinenbau im 7. Semester, lebte noch zu Hause und war wie eh und je der Liebling seiner Eltern. Dies sollte sich schlagartig ändern, als sein Vater eines Abends eine Katze mit nach Hause brachte.

Der Vater erklärte, das Tier entstamme dem Wurf der Katze eines Kollegen, der händeringend nach Abnehmern für den Nachwuchs gesucht habe. Roberts Eltern schlossen Schnurri sofort in ihr Herz. Die Katze dankte dies umgehend dadurch, dass sie ihre Notdurft im ganzen Haus verrichtete. Schon am nächsten Tag kaufte die Mutter für mehrere Hundert Mark zwei Katzenkörbe, die modernste Katzentoilette, drei verschiedene Kratzbäume, etliches Katzenspielzeug und Spezialnahrung für junge Langhaarkatzen.

Robert betrachtete dies alles mit Missmut, hatten es die Eltern angesichts dieser Ausgaben doch das erste Mal abgelehnt, zwei Lehrbücher zu bezahlen. Außerdem scherte sich die Katze herzlich wenig um ihre Kratzbäume und zerkratzte die Tapete in seinem Zimmer. Die Eltern jedoch nannten die Katze "Spätzchen", "Kleine", "Mäuschen" und "Schätzchen".

Die Lage spitzte sich zu. Als Robert die Katze einmal mit wütenden Flüchen aus seinem Zimmer vertrieb, weil sie zum wiederholten Male sein Bett vollgehaart und mit ihrer modernen Katzentoilette verwechselt hatte, geriet er in einen heftigen Streit mit seinem Vater, der die Katze verteidigte, als ginge es um sein Leben. Einige Tage später bemerkte Robert gegenüber seiner Mutter, dass Schnurri ziemlich fett geworden sei, und löste damit einen hysterischen Anfall aus, der in der Aussage gipfelte, wie er ihnen das nur antun könne, wo sie doch immer so gut zu ihm gewesen seien.

Nach einigen Wochen litt Robert plötzlich unter einem juckenden Hautausschlag im Gesicht und an den Armen, der sich rasch auszubreiten drohte. Der Hautarzt diagnostizierte eine starke Katzenallergie. Als Robert dies seinen Eltern mitteilte, sahen sie erst auf ihn mit seinen gelben Pusteln im Gesicht und dann auf Schnurri, die gerade die Innereien einer gefangenen Maus auf dem Teppichboden verteilte. Dann meinte sein Vater: "Eigentlich bist du alt genug, um nicht mehr bei deinen Eltern zu wohnen".

20 Jahre später erfuhr Robert von einem Notar, dass seine Eltern ihr ganzes Vermögen Schnurris Kindern (Muschi, Stromer und Maunzi) vermacht hatten. Aber da hatte er sich schon längst einen Hund zugelegt und jagte die Katzen in seiner Nachbarschaft.

 

 

Katze im Glas, das macht Spaß... Foto: bonsaikitten.com
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Seit @zend!-Autor Sebastian Wolf ein eigenes Luftgewehr besitzt, laden ihn seine Katzen besitzenden Eltern seltener zum Abendessen ein.

   
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