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Redaktionelles Tief
Es regnet und ich sitze an meinem Schreibtisch. Der Chefred hat mich grade durch den Telefonhörer angebrüllt, ich sollte doch pünktlich zum Redaktionsschluss noch was Ätzendes schreiben. Da sitze ich also herum und überlege mir, was alles ätzend ist. Da fällt mein Blick auf die kleine Leiste am unteren Bildschirmrand, die mich vorwurfsvoll anmacht: "Virenscannen erforderlich!".

So was ist ätzend. Virenscannen ist fast genauso ätzend wie Politik. Bei beidem geht es eigentlich nur darum, dass es oberflächlich sauber aussieht und man irgendwann die linken Bazillen auf frischer Tat ertappt. Die Politikverdrossenheit soll ja immer noch hoch sein in unserem Lande - auf Virenscannen hab ich im Moment auch keinen Bock und klicke das Geblinke weg. Wenigstens hat Schröder nun seinen Dad wiedergefunden, in Rumänien (siehe auch News). Das nenne ich Völkerverständigung.

Überdies wird ja auch der spanische König bald Post von (nein, diesmal nicht von Wagner, aber der hätte ihm sicher auch geschrieben wenn er nicht bis zum 30. April Urlaub machen würde...) von vielen tausend deutschen Mallorca-Urlaubern bekommen. So kommen sich Menschen in Europa näher und das alles verdanken wir der "Bild". Nicht zu verwechseln mit Diebild.
Das war jetzt ziemlich ätzende Schleichwerbung mit einer ziemlich langen Hinführung des Lesers und einem furchtbar unlustigen Ende.

Anm. d. Chefred.: Autor Thomas Riedel ist nach Verfassen dieses unglaublich unlustigen Textes von der Redaktion in eine Strafkolonie im Ludwigshafener Ostbezirk verfrachtet worden und bleibt dort, bis er wieder vernünftige Einfälle hat.

 

 

@zend!-Autor Thomas Riedel liest bisweilen zu viel "Bild"-Zeitung und hat ab und an so genannte Kreatiefs.



   
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