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Bush schafft das Ozonloch ab
Mit sofortiger Wirkung hat US-Präsident George W. Bush am gestrigen Abend das Ozonloch abgeschafft. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus erklärte der Texaner, das Ozonloch beeinträchtige die amerikanische Wirtschaftsbilanz in kaum hinnehmbarer Weise. Das wolle er keineswegs akzeptieren, deshalb gebe es das Ozonloch ab sofort nicht mehr.

Erst kürzlich hatte Bush die Weltöffentlichkeit mit der Bekanntgabe geschockt, die Vereinigten Staaten würden sich nicht an die Vereinbarungen der Weltklimakonferenz in Kyoto halten und ihre CO2-Emmissionen nicht senken, um der dahinsiechenden amerikanischen Wirtschaft nicht unnötig zu schaden.

Fast sieht es so aus, als hätte sich Bush tatsächlich von der Kritik beeinflussen lassen, die das Weiße Haus seitdem erreichte. China etwa hatte aus Protest gegen Bushs Entschluss ein amerikanisches Wetterflugzeug samt Besatzung fast aderthalb Wochen festgehalten, das auf einer Wettererkundungstour über dem chinesischen Festland unterwegs war.

Bush gelang es jedoch, den Vorfall als diplomatischen Konflikt darzustellen, indem er der Weltöffentlichkeit das Wetterflugzeug als Spionageflieger verkaufte und Gerüchte verbreitete, die Chinesen behielten das Flugzeug ein, um an die Spionagesysteme der Amerikaner vereinnahmen zu können. So konnte der Präsident von dem eigentlichen Hintergrund des Konflikts ablenken.

Nun also der Schock: Um neue Gegenmaßnahmen und Proteste aus weiteren Staaten zu umgehen, hat sich Bush dafür entschieden, das Übel des Ärgers schlicht abzuschaffen. "Wenn es kein Ozonloch mehr gibt, sind auch die Kyoto-Vereinbarungen unnütz. Wieso sollten wir den CO2-Ausstoß reduzieren, wenn er gar keine Wirkung auf die Atmosphäre hat?", so ein Sprecher des Weißen Hauses zu @zend!

Im Bundeskanzleramt begrüßt man den Vorstoß des Präsidenten: "Das ist eine Lösung, an die wir noch gar nicht gedacht haben." Das Gerücht geht um, auch Bundeskanzler Gerhard Schröder wolle künftig wieder höhere CO2-Emmissionen erlauben.

Zudem mache man sich die Taktik Bushs zu eigen und werde den Atomkonsens platzen lassen. Schröder wolle dazu den Supergau abschaffen, dann könnten sämtliche Atomreaktoren Deutschlands am Netz bleiben. Schließlich seien sie damit vollkommen ungefährlich. Eine ähnliche Strategie will man bei den Castor-Transporten verfolgen. Die Grünen zeigten sich begeistert.

 

 

George W. Bush grübelt und  grübelt und grübelt. Und es kommt trotzdem nix bei raus
Nie wieder Klima-Ärger: Das hat sich Präsident George W. Bush fein ausgedacht.


Peer Schader ist Klima-schutzbeauftragter der @zend!-Redaktion und würde gerne seinen Job als Chefredakteur abschaffen, um morgens im Bett bleiben zu können.

   
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