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Die
@zend!-History Wir schreiben das Jahr 1997. Der US-amerikanische Medienmogul Rupert McDoughnut sucht in Deutschland nach einer Beteiligung an einem Unternehmen, das kontrolliert Verluste einfährt, damit er hierzulande überhaupt keine Steuern mehr zahlen muss. An einem milden Oktoberabend hört er zufällig im "Bierhimmel", einer kleinen Kneipe im Ludwigshafener Rotlichtviertel, dem Gespräch zweier junger Männer am Nebentisch zu. Peer Schader und Sebastian Wolf, einst gefeierte Redakteure der Schülerzeitung "Meerrettich", diskutieren die trüben Erfolgsaussichten, sich mit einem Online-Satiremagazin auf dem stark umkämpften Markt selbständig zu machen. Das ist exakt die perspektivlose Geschäftsidee, nach der McDoughnut Ausschau hält. Spontan bietet er den zwei die Finanzierung ihres Vorhabens an. Schnell ist man sich einig. Die beiden angehenden Chefredakteure machen sich auf die Suche nach Büroräumen, Mitarbeitern und Arbeitsutensilien. Ursprünglich ist Berlin als Redaktionssitz geplant, wo man seit dem Regierungsumzug die beste Inspiration für Satire stets vor Augen hat. Doch leider übersteigen die Berliner Mietpreise für Büroräume bei weitem die Möglichkeiten, welche Schader und Wolf durch ihr kleines Budget gesetzt sind. Auch andere Metropolen scheiden aus. Schließlich findet man in Ludwigshafen einen Unterschlupf in einem asbestverseuchten, vom Abriss bedrohten Hochhaus am Rhein, umgeben von sozialen Brennpunkten und mit Panoramablick auf BASF. Das Gebäude steht auf dem einzigen rechtsrheinischen Fleck Ludwigshafens (Rheinaue 23a). Die Redaktion bezieht das 8. Stockwerk, in dem noch alle Fensterscheiben intakt sind und man den Gestank der nahe gelegenen Abdeckerei zumindest bei Südostwind nicht riecht. Im Erdgeschoss nistet sich (laut Schild an der nichtfunktionierenden Türklingel) eine kleine chinesische Wäscherei ein, von der man nicht viel weiß, außer dass dort wahrscheinlich noch nie Textilien gereinigt wurden. Die restlichen Stockwerke sind zumindest in den Sommermonaten unbewohnt, zählt man die Schimmelkolonien im 4. und 5. Stock nicht mit. Im Keller befindet sich neben einigen Keltengräbern ein Gothic-Swingerclub. Nachdem Schader und Wolf ein erlesenes Team von Redaktionsassistenten und Layoutern um sich geschart haben, beginnt die Arbeit an der ersten Ausgabe des Online-Satiremagazins. Eingedenk der Geruchsbelastung, der man bei geöffnetem Fenster und jeder anderen Windrichtung außer Südost ausgesetzt ist, entscheidet man sich für den Namen @zend!. Die erste Ausgabe schlägt auf dem deutschen Online-Satiremarkt ein wie ein Blindgänger. Wie von McDoughnut beabsichtigt, steht die Redaktion bereits nach der zweiten Ausgabe vor dem finanziellen Ruin. Nach einer Absprache mit Schader und Wolf tritt er erst jetzt öffentlich in Erscheinung und kauft 99,8% der Aktien der @zend! Ludwigshafen AG. Die Printmedien feiern McDoughnut als großzügigen Mäzen der Satirekunst. Er freut sich über die Steuerersparnis. Wolf und Schader müssen alle Mitarbeiter entlassen. Aus Hunderten von Bewerbungen für eine unbezahlte Praktikantenstelle wählt man im Mai 1999 schließlich Thomas Riedel aus. Er darf die Redaktionsräume renovieren und beeindruckt danach durch einen flinken Putzlappen und innovative Belagwünsche bei der Pizzabestellung. Da er sogar schreiben kann, wird er ab Oktober 1999 im Status eines Ex-Praktikanten weiterbeschäftigt. Mitte des Jahres 2000 stößt Dauervolontärin Caroline Mißbach zur Redaktion und wählt sich zur Frauenbeauftragten. Aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten teilt sie sich ein Büro mit Chefredakteur Wolf und zieht kurz darauf auch in seine Privatwohnung ein. 2002 kann Nils Göbel als Setzer gewonnen werden. Meist setzt er sich auf eine Parkbank und fertigt dort mit Feder und Tinte seine satirischen Beobachtungen an. Mit Genugtuung beobachtet die @zend!-Redaktion über die Jahre das Scheitern Dutzender Online-Satiremagazine, die mit mehr oder weniger hehren Vorsätzen an den Start gegangen waren. Seit sich die Redaktionsmitglieder darauf einigten, in unregelmäßigen Abständen mindestens eine Ausgabe im Jahr zu produzieren, arbeitet es sich angenehm zwanglos.
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Copyright:
@zend!-Redaktion 2003
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