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Editorial
im März Ach, was geht's uns allen schlecht. Deutschland tappt in einem Meer aus Fettnäpfchen zielsicher von einer Depression in die nächste. Wer in diesen Zeiten nicht mit sorgfältig gestylten Sorgenfalten durch die Straßen geht, macht sich verdächtig. Die Stirn des Außenministers wird zum Schönheitsideal. Was der "Miesmacher" in der Spaßkulturära war, ist nun der "Frustversüßer" - Da will uns wohl jemand unsere Krisen nicht gönnen! Man kommt nicht umhin, einen gewissen kollektiven Masochismus in diesem Land zu konstatieren. Gewiss, einen Hang zum Selbstmitleid stellte schon seinerzeit Roman "Ruck durch Deutschland" Herzog fest - vor Jahren, als die Wirtschaft aus heutiger Sicht noch glänzend brummte und vermutlich dreistellige Zuwachsraten zu verzeichnen hatte. Herzog soll jetzt einer CDU-Kommission zur Reform der Sozialsysteme vorsitzen, wozu er als Verfassungsrechtler sicherlich bestens geeignet ist. Aber mit welcher Entschlusskraft die Union den prominenten Bock zum Gärtner macht - das besticht in Zeiten wie diesen, wo man ja über jedes Bisschen engagierten Aktionismus dankbar ist. Karl Valentin stellte einst tiefgründig fest, dass früher alles besser gewesen sei, auch die Zukunft. Wer möchte da widersprechen? Deutschland hat ein Defizitverfahren der EU am Hals wegen Kriterien, auf denen die Bundesregierung bei der Abfassung des Maastrichter Vertrags bestand, um Haushaltssünder zur Raison zu bringen. Naja, möchte man sagen, dank PISA wissen wir nun, dass die Deutschen in ein paar Jahren ohnehin nicht einmal mehr fähig sein werden, die Schuldenstände ihrer öffentlichen Haushalte zu berechnen. Die deutsch-französische Achse des Harmlosen gehört nach Auffassung des ausgewiesenen Europakenners Rum(m)sfeld - der Name ist Programm - zum "alten Europa", weil sie nach zwei Weltkriegen und den omnipräsenten bewaffneten Auseinandersetzungen nicht einsehen will, dass ein Angriffskrieg die beste Möglichkeit ist, um nachhaltig Frieden in der Welt zu schaffen. Wie reagiert @zend! auf diese Vorkommnisse? Mit einer kreativen Pause von fast einem Jahr. Das liegt doch nahe, möchte der geneigte Lesende an dieser Stelle einwerfen, doch dem ist beileibe nicht so: Insbesondere Peer musste mit aller Kraft gezwungen werden, nicht jeden Tag neu an @zend! zu arbeiten, sondern sich endlich eine verdiente Erholungsphase zu gönnen (siehe Gästebuch). Wie auch immer, jetzt ist Ihr Lieblingsonlinesatiremagazin wieder da mit einer neuen Ausgabe, um seinen Beitrag zum allgemeinen Gejammer zu leisten. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihre @zend!-Redaktion
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