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Editorial im November
von Peer Schader

Im Internet sind wir uns längst einig: Man darf wieder Scherze machen. Auch nach dem 11. September. Gut so. Um so schader jedoch, dass das längst nicht alle Kollegen mitbekommen haben. Zum Beispiel Thomas Dipl. Inform. Schmitt. Thomas Dipl. Inform. Schmitt ist nicht nur diplomierter Informationsverweigerer, sondern auch begnadeter Webdesigner und Gründer der Cityshop Advertising (was leider nicht immer gleich zu erkennen ist).

Sein Beruf: Die Werbevermarktung bekannter Internet-Sites. Wie zu vermuten ist, hat sich Schmitt zudem auf das Sammeln interessanter Domainadressen spezialisiert. Ihm gehört etwa die wunderschöne Web-URL Satire.de. Da Schmitt aber auch Opfer zeitraubender Verpflichtungen zu sein scheint, gleicht seine Website, unter der findige Internetter womöglich ein humoristisches Angebot oder zumindest eine Linkliste erwarten könnten, einer Baustelle. Und das nicht erst seit gestern. Eigentlich war Satire.de nämlich nie richtig in Betrieb.

Und das ist schade. Schließlich gibt es inzwischen im Web doch auf vielen lustigen Sites eine Menge Trash und liebevoll zusammengefrotzelte Bösartigkeiten zu lesen. Wer einen Navigator durch diese Subwelt des WWW sucht, wird zwar irgendwann fündig (hier oder hier), aber ganz sicher nicht bei Satire.de.

Und das, obwohl seit der @zend!-Redakteur sich erinnern kann, versprochen wird: "Hier startet in Kürze die Satire.de Suchmaschine für alle, die Satirisches im Web publizieren. Die Registrierung beginnt leider erst im Dezember 2001." Vor einem Jahr begann die Registrierung leider erst im Juli 2001. Dieser allerdings ging in die Lande, ohne dass sich bei Satire.de etwas bewegte. Auch ein verheißungsvolles "Lasst Euch überraschen" tröstet nicht.

Immerhin: Wer Fragen hat, darf eine Mail schicken. An Nero@fulda.net. Zum Beispiel: "lieber nero, es ist natürlich vollkommener unsinn, eine domain zu besetzen, wenn man damit eigentlich gar nichts anfangen kann / will, oder? natürlich ist es super, wenn man sich eine domain geangelt hat und einfach ein bisschen braucht, um ein angebot aufzubauen. baut ihr eigentlich noch an satire.de? nö, oder? schade eigentlich. könnte doch ein tolles portal werden."

Dann bekommt man möglicherweise auch Antwort: "Lieber Peer Schader, lassen Sie sich überraschen", zum Beispiel - und irgendwie hat man das schon mal gelesen. Aber es geht weiter: "Termin steht auf der Seite. Dort können Sie dann auch Ihre Seite anmelden... das Team von Satire.de". Das war am 20 April 2001.

Am 11. Juli, fast zwei Wochen nach dem Starttermin für die "Suchmaschine" könnte man zurückmailen: "*hüstel*" - und keine Antwort bekommen. Am 16. September könnte man - inzwischen vielleicht penetrant - sich nochmals erkundigen: " Werter Herr Schmitt, na sowas. Sie haben wenig Zeit, um an Satire.de zu basteln, wie?" - und keine Antwort bekommen. Ohne darüber wirklich erstaunt zu sein.

Eigentlich dürfte einem das dann ziemlich egal sein - außer vielleicht, man hat generell Vorurteile gegen Idioten, die freie Domains besetzen, die sicher sinnvoller genutzt werden könnten als für das Dauerparken potthässlicher Logos. Soweit sich der @zend!-Redakteur erinnert, bestand einmal das Interesse einiger Satiremagazine, die Site als gemeinsames Portal zu nutzen. Thomas Dipl. Inform. Schmitt fand das nicht so gut.

Und parkt immer noch. Sicher ist er zu beschäftigt, um das zu merken. Der @zend!-Redakteur wird bei Gelegenheit mal wieder mailen - selbst, wenn keine Antwort zu erwarten ist.

Viel Spaß mit der neuen Ausgabe

(PS: Wir freuen uns über Kommentare von Kollegen und werden diese nach Möglichkeit einfach hier veröffentlichen.)

 

 


@zend!-Redakteur Peer Schader ist ein uverbesserlicher Idealist und glaubt stets an das Gute im Domaingrabber.



Tote Hose, schon seit Ewigkeiten: Satire.de

   
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