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Editorial im Juli
"Jaja!" schreit Chefredakteur Schader mal wieder außer sich vor Wut unsere Volontärin an. Mißbach weiß, dass er es nicht so meint, wie es klingt. "UND OB ICH DAS SO MEINE!", kreischt er mich plötzlich an, als er sieht, was ich in den PC tippe (er schreit dabei tatsächlich in Großbuchstaben - Niemand kann das so gut wie er).

Schader ist offensichtlich gereizt. Wieso weiß keiner so recht. Nicht mal Wolf, der von seinem langen Auslandsaufenthalt wie verändert zurückgekehrt ist. Redaktionsintern wird von einem Verhältnis mit Fräulein Mißbach gemunkelt. Argh! Mich trifft ein Locher am Hinterkopf, der aber kein Loch hinterlässt. "Das sollen sie doch nicht schreiben, Riedel!" mault Wolf jetzt. "Und geben sie mir meinen Locher wieder zurück!"

Ich für meinen Teil vermute, dass es die ersten Auswirkungen des Sommerlochs sind. Die hohen Außentemperaturen und die noch viel höheren Innentemperaturen in unseren Büroräumen (seit Anfang Juni ist die Klimaanlage in der Rheinaue ausgefallen) lassen die Gemüter überkochen.

Aus einem Nebenraum höre ich ein Stöhnen. Es hört sich nach Mißbach an. Sie wird doch nicht schon wieder... Ein kurzer, verstohlener Blick durch die Tür bestätigt meine Vermutung. Das Luder hat es wieder einmal geschafft, eine Packung Schokoeis durch die Kontrollen zu schmuggeln und vergnügt sich alleine damit.

Damit ist auch klar wieso Schader sich so aufregt: mal wieder hat er nichts davon abbekommen. Argh! Ein Leitzordner trifft mich nun am Rücken. Mißbach muss meine Spionage entdeckt haben. "Riedel! Was soll das!", schreit sie nun erbost, in der Hand einen Löffel Schokoeis. Ich fühle mich zunehmend als Außenseiter. Als ein Normaler unter Irren.

Argh! Schaders Kugelschreiber trifft mich an der Schläfe. "Schreiben sie was Ordentliches, Riedel!", ruft er beim Gehen und verlässt für heute endgültig die Redaktion. Ich atme auf. Nur noch zwei. Mit denen sollte ich fertig werden. Wo sind sie hin? Ich blicke mich um. Beide fort. Das Eis auch. Ich ahne Unmoralisches und schwitze alleine vor mich hin.

Ein Blutstropfen rinnt mir über die Schläfe. Ein ganz normaler Arbeitstag, denke ich mir, bevor mir bewusst wird, dass auch heute nichts aus meinem spontanen Amoklauf werden wird...

Euer Thomas

@zend! is like dancing in the sun, having trouble, having fun…

Im übrigen: Wer jetzt noch nicht genug von den Interna hat, kann sich gerne ansehen, wie die Planungen für die aktuelle Ausgabe verlaufen sind.

 

 

@zend!-Redakteur Thomas Riedel sinniert über Redaktionsinterna.

@zend!-Redakteur Thomas Riedel ist der einzige lebende Mensch, bei dem Löcher im Kopf, die von fliegenden Büromaterialien verursacht wurden, binnen Sekunden von alleine verheilen.


 

   
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